Schmieds Rennstall

LI 150 III – hier mehr Infos zu meiner Kiste.

 

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Minusschrauber Quatermile ´06 – 16.53 sek. auf 402m und 129km/h
Aktueller Zustand:

Motor:

  • TS1 225 Zylinder, alle Kanäle und Ein- Auslass leicht überarbeitet
  • 70er MB Development Race Schmiedekolben
  • AF Vollwangen Kurbelwelle – 60er Hub / 107er Pleuel
  • “Gravekopp” massiv Alu gefräst
  • Tassinari V-Force Membrane
  • AF Ansauger überarbeitet und angepasst
  • 35er Mikuni TM Vergaser – Setup: 290 HD / 50 ND / 6.0 Schieber & Ram Air
  • JL Road Auspuffanlage
  • AFR Lüfterrad mit Inderzündplatte

Getriebe:

  • LI 150 Getriebe
  • Race Rearsprocket von Tino Sacchi
  • Worb5 plus DR PX Kupplungsfedern
  • 4 Scheiben Surflex Kupplung
  • Übersetzung 17-46 / Regina Kette mit MB Spanner
  • LI Kupplungsdeckel

Der Rest des Motor besteht aus einem Indischem 200er Motorblock, aufgeschweisst und passend auf den TS1 geportet. Teilweise wurden die Gewinde durch Time-Sert Buchsen ersetzt. Alle Getriebe/Motorblock Innenteile stammen aus alten Motoren, Italienischen NOS Ersatzteilen oder überarbeiteten Zubehörteilen aus Europa – kein Inder oder Asienschrott!

Der Motor befindet sich in einer ständigen Evolution und wird fortwährend verbessert und optimiert. Aktuell steht der Umbau auf GP Kupplung und der Einsatz einer neuen Anlage – Tourist B aus dem Hause Hammerzombi & Onkel neben dem üblichen Service auf dem Winterplan.

Rahmen:

  • Serveta LI 125 Rahmen – Spanischer Lambretta Lizenzbau
  • Lack: Original Blau / Innenteile Schwarz
  • meistens Fullbody bis auf Ram Air Loch
  • Wildcat Squareback Sitzbank
  • Body: LI Backen, LI Kotflügel, Serveta Kaskade, SX Lenkerkopf

Fahrwerk:

  • Serveta Gabel mit Worb5 Federn
  • Forklinks mit Messingbuchsen
  • MEC Zusatzdämpfer
  • Stoffi Scheibenbremse – Vollhydraulisch mit Grimeca Bremspumpe
  • Volleinstellbares bgm Hinterradfederbein vom SCK
  • 100/90-10 K58 Touring Reifen von Heidenau

Chronik

– 2002 der Anfang

Diese Serveta Li 125 wurde von mir im Frühjahr ´02 als meine erste Lambretta in Süddeutschland gekauft. Ich habe am gleichem Tag meine Husqvarna versilbert um die 1250,- DM für den Kauf zu haben – Prioritäten setzen war angesagt, pro Club versteht sich!
Lange gesucht und dann über mobile.de gefunden stellte sich der Kauf erst später als wahrer Glücksgriff heraus: für den recht günstigen Kaufpreis bekam ich eine LI mit ner 190er Suzuki Conversion, PM Anlage, 30er Dello, Stoffi Scheibenbremse und zudem mit TÜV und sämtlichen Eintragungen die mir bis heute reichen um jeder Polizei Kontrolle entspannt entgegen zu sehen.

Leider stellte sich der von Jockeys Boxenstopp aufgebaute Conversion Motor als nicht Standhaft heraus – gut, sie war mit 120km/h recht schnell, aber nach dem 4 Klemmer war es aus mit der Fahrfreude. Dem Gruppendruck ausgesetzt und angefixt von Hansis Viagra musste ein TS1 Motor her – also meine Polini PX versilbert und die ganze Kohle bei einem Einkauf beim Gerber in den ersten TS1 versenkt – Prioritäten setzen war wieder mal angesagt, pro Motorsport versteht sich!

Mein erster Ts1 Motor war sowas von Standart: 225er Zylinder, AF Kopf, 58er MEC Welle, AF Membrane & Ansauger mit 32 Flatside Dello, und einer extrem schlechte Kegra Anlage. In den Inderblock wurden fast sämtliche Innereien aus dem Serveta Smallblock verplanzt, dazu eine 5-Scheiben Kupplung und eine Inderzündung – fertig. Auf dem Weg nach Borculo – Holiday in Holland ´03 wurde der Motor eingefahren und musste dann natürlich gleich beim Worb auf den Prüstand: 22 Pferde und das gelbe Trikot war endlich mein!

– 2003 Lehrjahre…

Als erster Run sollte über Pfingsten Stockach angefahren werden, doch wieder Anfängerprobleme: die Kurbelwelle, ständig durch das extrem schwere Inderlüfterrad überbelastet, drehte mehrfach den Keil ab und musste in einer riesen Aktion über Nacht in der Ulmer Werkstatt getauscht werden während alle anderen soffen, grillten und Spass hatten – für mich eine “Nacht der langen Messer”
Am nächsten Tag mit dem gesamten Club gestartet hielt der Motor oder eher die Welle erneut nicht und so wurde nix aus dem in Stockach angekündigtem Prüfstandswettstreit und das “Gelbe Trikot” ging kampflos an Herr – grrrrr…..

Mit neuer Welle und altem Lüfterrad wurde später im Sommer der filthy&sly Run in Marl angefahren, der Motor hielt seit längerem sehr gut und es stellte sich so langsam wieder etwas Freude statt Frust ein – die Summen die bis jetzt in den Motor geflossen sind zähle ich lieber nicht auf! Am Samstag bei warmfahren für den Prüfstand passierte es: bäng! Lüfterrad wieder fest… Doch diesmal hielt die Welle, dafür scherrten dank Massenträgheit die gesamten Nieten des LüRas ab. So konnte das nicht weiter gehen, eine Lösung war ein AF Lüfterrad. Diese sehr leichten Alu Räder waren ´03 noch rar und wurden hoch gehandelt, aber der Kauf lohnte sich doppelt: der Motor hielt und lief auch noch besser – top!

Hier sowohl Fahrer als auch Maschine im Renntrimm und schwer im Einsatz!

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Lambretta DL 125 – milf getunter Haufen.
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Chronik

Im Frühjahr 2004 kam ein Anruf : “Hey, ich hab da eine Lambretta für dich, eine DL, in Original türkis….” Uhhhh, genau nach so einer Maschine habe ich seit langem gesucht, einfach fantastisch! Klar habe ich sofort zugeschlagen ohne erst lange auf Fotos zu warten, zudem ich ja meinem Freund Marco von Lambretta Teile Heilbronn voll vertrauen kann. Dennoch dauerte es fast 6 Monate bis ich die DL – die sich mittlerweile als 125er Italienimport im 100% Originalzustand entpuppt hatte – bei mir in der Werkstatt stehen hatte.

Die DL befand sich in einem optisch besseren Zustand als die Fotos vermuten lassen. Der Lack war etwas runter gekommen, teilweise durchgescheuert und schlecht ausgebessert, aber er war Original und ohne Rost und Beulen.

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Marco hatte dieses Schmuckstück irgentwo in Italien aufgetan und das einzige was er verändert hatte, war der Einbau einer elektronischen Zündung von S.I.L, eine dazu passende Lüfterradabdeckung, neue Kupplungsbeläge und einen Zahn mehr aufs Frontsprocket. Der Motor sprang sofort an, die Elektrik funktionierte einwandfrei und auch die Bremsen verichteten tadelos ihren Dienst – aus technischer Sicht also ohne Mängel. Ich hab dann eine KBA Anfrage gestellt, mir div. Briefkopien besorgt, ein neues Typenschild angenietet und bin zum TÜV meines Vertrauens gefahren und hatte Abends dann das Nummernschild am Heck. Im Brief wurden dann neben dem Bj.´60 auch noch ein 200er Motor samt Vergaser und Auspuff, 110km/h und eine erhöhte Lautstärke eingetragen – alles schon im Hinblick auf den angedachten Motorumbau.

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Den Rest des Sommers wurde die DL dann einfach so gefahren, ich habe lediglich das Inder Lüfterrad gegen eines von AF getauscht. Von den Fahrleistungen des 125er DL Triebwerkes war ich schon überrascht, zügiger Anzug und ein guter Topspeed von fast 100km/h waren ganz passabel.

Zum Winter hin machte der Motor dann doch immer öfter zicken – ein bei warmen Motor auftretendes Falschluftproblem liess auf defekte Siris schliessen, es sollten noch die ersten sein wie sich später rausstellte. Damit kündigte sich eine umfangreiche Revision an, aber um das ganze möglichst einfach und Patina erhaltend zu gestalten, wurde von einer kompletten Restauration abgesehen.

Schon bei einigen Versuchen konnte eine gute Lackqualität am Rahmen festgestellt werden und so wurden nur alle diejenigen Verkleidungsanbauteile abmontiert die auch lackiert werden sollten. Übrig blieb dann der Rahmen und das Lenkkopfunterteil, dort wurde aufwendig mehrfach der Lack gereinigt und poliert. Die übrigen Teile sind dann von Fa. Bergschneider in dem Farbton lackiert worden, der vorher an einem gereinigt und poliertem Teil ausgetestet wurde und sich später als nahezu Original rausstellte.

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Jeder der schon mal ein Fahrzeug neu lackiert hat, wird bestätigen das es das schwierigste am ganzen Projekt war, die Teile ohne frische Macken wieder an den Roller zu bekommen – dem pflichte ich zu 100% bei…

Für die Montage wurde ein kompletter Schraubensatz aus Edelstahl genommen. MB Development aus GB biete da ein geniales Kit an, in dem sind nicht nur alle Metallteile wie Schrauben in passenden Längen und den richtigen Kopfformen und den U-Scheiben und Muttern sind, sondern auch alle Gummi Unterlagstücke, Rosetten für´s Beinschild usw.

Der Rest der DL wurde dann nur gereinigt und vom Schmutz der letzten Jahre befreit und alle Metall und GFK Teile einfach mit Politur neu Oberflächenversiegelt. Sämtliche Elektrik, Bowdenzüge, Anbauteile am Motor oder Rahmen sowie die komplette Gabel sind nach wie vor absolut Original und wurden nur gepflegt und instandgesetzt.
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– Motorrevision –

Das Triebwerk benötigte eine weit umfangreichere Revision als der Rest der DL. So wurde die Kurbelwelle gegen eine von MEC getauscht, sämtliche Verschleissteile wie Simmerringe und Dichtungen erneuert, Kupplung und Übersetzung angepasst und dem ganzen mit einem Zylinderumbau etwas mehr Leistung gegönnt.

Aus den Vorarlberg ( danke Alex! ) bekam ich einen alten TV175 Zylinder, dieser wurde auf 64mm aufgebohrt, die Kanäle samt Ein- und Auslass geportet und die Steuerzeiten an einen 64er GrandSport Kolben angepasst. Dazu der Kopf passend ausgedreht, der Ansaugstutzen so optimiert das er Vergaser bis 28mm aufnehmen kann und die Überströmer im Motorblock an den Zylinder angeglichen.

Technische Daten:

Bohrung 64mm, hub 58mm = Hubraum 186,5ccm
Std. Fussdichtung, 2x 0.5 Kodi = 1: 11 Verdichtung
Quetschkante 1.3, Zündung Standart 21°
Überstromzeit 126, Auslass 164, Einlass 142

Der Motor wurde dann mit einer elektronischen AF Zündung versehen, einem Serveta Auspuff mit BigBore Krümmer und einem 22er Jetex Vergaser der durch eine Originale Luftfilterbox beatmet wird, und so frisch revidiert wieder eingebaut.

Mit dem Setup fahre ich die DL nun schon seit 2 Jahren – von einem kurzer Test mit einem 26er Mikuni und einer Scorpion Anlage mal abgesehen – und bin zufrieden. Der Motor läuft gut, hängt locker nen Stage4 im An- und Durchzug ab und der Topspeed dürfte irgentwo bei 110km/h liegen. Auf der Tour zum Run nach Hamburg an Ostern´06 konnte das ganze auch auf Langstrecke getestet werden und läuft bis heute ohne jemals abgeraucht zu sein.

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Mein angestrebtes Ziel wurde mit der Revision fast erreicht – eine Originallack DL125 in türkis mit einem Motor der optisch ebenfalls Original aussieht aber die Performance eines 200er Stage4 bringt und sich im täglichen Fahrbetrieb ohne Probleme nutzen lässt. Leider ist mir diese Lambretta so ans Herz gewachsen, das ich sie nicht mehr einfach so über Nacht vor der Tür oder an der Strasse stehen lassen kann – und sie deshalb im Herbst ins Wohnzimmer verfrachtet hab, wo sie jetzt noch steht.

Und bis auf weiteres bleibt die DL auch erstmal in diesem Zustand – eine gründliche 100% Restaurierung wird sicherlich mal erfolgen ( dafür wurden sämtliche Teile, alles was ausgetauscht wurde, auch defektes, aufgehoben ) aber das wird noch dauern.

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Als Bestandteil des Jetsons Lambretta Club Displays auf der Hidden Power SC Customshow in Hagen anno 2004 – übrigends: Best Display! Best Clubstand!

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Auf dem Scythemen Run an Ostern ´06 in Hamburg – mit Rosi T5 und Gonzo SX

– Schmied